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Road to Berlin: Pfitzenmeier Mitarbeiter Andreas Roth beim Berlin Marathon 2015

Road to Berlin: Pfitzenmeier Mitarbeiter Andreas Roth beim Berlin Marathon 2015

Die Vorbereitung

Genau 275 Tage dauerte meine Vorbereitung auf den Berlin-Marathon. Dabei startete ich mehr oder minder bei null. Zwar hatte ich eine gewisse Grundfitness aus 14 Jahren als aktiver Handballer, aber als Mannschaftssportler ist man naturgemäß nicht gerade zum Laufen geboren. Dennoch setze ich mir ein beachtliches Ziel: Ich wollte unter 3:15 Stunden durch das Brandenburger Tor laufen!

Da ich mich selbst und meinen inneren Schweinehund kenne, habe ich das Projekt #Road2Berlin ins Leben gerufen: 275 Tage habe ich jeden Tag ein Selfie von mir und meiner Trainings-Aktivität geschossen. Der Gedanke, kein Selfie für den ein oder anderen Tag zu haben, hat mich immer wieder von der Couch hoch gewuchtet und ins Studio gehen lassen.

In der Nachschau liest sich meine Vorbereitung für meine Verhältnisse überragend: Insgesamt habe ich circa 320 Trainingseinheiten hinter mich gebracht. Durchschnittlich pro Einheit 1:15 Stunden trainiert und dabei jeweils circa 800 kcal verbrannt, d.h. insgesamt mussten 265.000 kcal herhalten.

Neben Laufeinheiten draußen, waren auch unzählige Intervall-Einheiten auf dem Laufband, Bauch-Spezial-Kurse, Spinning®-Stunden und M.A.X.®-Kurse dabei. Gemäß dem Motto: "Das Leben beginnt außerhalb der Komfort-Zone" habe ich es zu meinem Erstaunen durchgezogen!

Auf nach Berlin

Freitags ging es los in Richtung Hauptstadt. Ankommen und ein wenig Marathon-Luft schnuppern, das waren die Ziele für den Samstag.
Samstagsmorgens stand das erste Highlight auf dem Programm: Der Frühstückslauf über 6 Kilometer mit Start am Schloss Charlottenburg und Zieleinlauf in das Berliner Olympiastadion. Ein absolut geniales Erlebnis ins Stadion einzulaufen und sich als Held des Abendlandes zu fühlen, obwohl noch nichts, aber rein gar nichts, geschafft war. Nachmittags war dann alles für den großen Lauf angerichtet. Meine Startunterlagen hatte ich brav abgeholt und die Stände auf der Berlin-Vital Messe abgeklappert. Nun hieß es, Beine hoch, Nudeln essen und die Nervosität locker überspielen.

Randnotiz: Die Nervosität zu überspielen ist mir rein gar nicht gelungen. Selten habe ich so eine unruhige Nacht, wie die von Samstag auf Sonntag erlebt. Schlafen konnte ich kaum. Mir war heiß, dann wieder kalt. Effektiv geschlafen habe ich vielleicht zwei bis drei Stunden. Der Rest war ein ständiges: Decke weg, Decke wieder her und von Links-auf-Rechts-gedrehe.

Dann war der große Tag endlich da

Das obligatorische Frühstück gab's um 7 Uhr. Danach ging alles richtig flott. Die Laufklamotten an, nochmal die Uhr gecheckt und ab in Richtung Start. Startgruppe D für Läufer mit Zielzeiten von 3:00h bis 3:15h. Hier war ich richtig. Zumindest noch zu diesem Zeitpunkt! Der Startplatz war schnell gefunden. Und auch meine Taktik, alte Hosen und einen alten Pullover anzuziehen, die ich kurz vor dem Start loswerden wollte, ging voll auf. Nun stand ich da. Null-Neun-Hundert mitten in Berlin. Knapp 100 Meter vor mir so Lauf-Eliten wie Mutai, Kipchoge und Anna Hahner. Absolutes Gänsehaut-Feeling schon vor dem Start. Noch dazu der Gedanke, dass meine Fans zu Hause alle gebannt das Live-Tracking verfolgen würden. Meine Motivation war also am absoluten Siedepunkt. Ich wollte es jetzt einfach nur noch angehen!

Und dann ging es los. 9:02 Uhr überquerte ich die Startlinie. Locker anlaufen war die Devise. Aber wie immer bei solchen Veranstaltungen lag der Fokus auf den ersten 5 Kilometern darauf, nicht über die Hacken der anderen Läufer zu stolpern. Und so versuchte ich von Anfang an meine angestrebte Pace von 4:37 min/km zu gehen. Noch dazu hatte ich den Menschen mit dem Luftballon auf dem die 3:15 stand, stets im Blick. Und so ging es dann dahin. Vorbei an der Siegessäule. Die 5 Kilometer-Marke war geschafft. Und endlich ein bisschen Luft. Das Feld lockerte sich von Kilometer zu Kilometer auf. Vorbei am Bundeskanzleramt, dem Reichstag und mit einer Zwischenzeit von 45:03 Minunten über die Matten bei Kilometer 10. In Berlin-Mitte, Neukölln und Kreuzberg dann an unzähligen Fans vorbei (die wie eine Perlenschnur über die gesamte Strecke verteilt waren) und Zack war auch der Halbmarathon geschafft. Mit einer Zwischenzeit von 01:36:01 war ich zu diesem Zeitpunkt noch voll im Soll.

Auch die nächsten 10 Kilometer liefen ganz gut. In der Nachschau ist definitiv festzuhalten, dass ich mich unzureichend verpflegt habe. Bei der Halbmarathon-Marke habe ich mir jeweils eine Ampulle AM-Sport Magnesium, Aminosäuren und L-Carnitin reingedonnert. Dazu war bei Kilometer 30 der Zeitpunkt gekommen, ein Gel einzuwerfen. Absolut ekelhaft diese Dinger, aber naja ich hoffte darauf, dass es mich ins Ziel tragen würde.

Doch dem war nicht so. Bei Kilometer 34 riss mich ein Krampf in der linken Oberschenkel-Rückseite ruckartig aus dem Rennen. Ich musste meinen Freund mit dem Luftballon ziehen lassen und den Krampf behutsam rauslaufen. Ab diesem Zeitpunkt war ich gut ein bis zwei Minuten langsamer pro Kilometer unterwegs. Bei Kilometer 35 ging ich noch mit 2:42:22 über die Matten. Danach begann es: Der Kampf Kopf gegen Körper!

Okay, von der 3:15h hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt schon verabschiedet. Überhaupt kein Thema, weil 3:15h schon eine krasse Zeit ist. Aber ich habe mich so hart auf diesen Marathon vorbereitet. Eine Zeit unter 3:30h sollte es dann schon sein! Und so schleppte ich mich unter mega Schmerzen Kilometer für Kilometer weiter. Irgendwann waren dann die 40 Kilometer geschafft. Und ich wusste, dass es rund noch eine Viertelstunde Belastung ist, bevor ich mir den Ruhm und die Ehre abhole. Ich quälte mich also weiter.


Mit Blick aufs Brandenburger Tor war mir klar: DU HAST ES GESCHAFFT!

Ich reckte die Arme soweit es noch ging nach oben, genoss die letzten Meter und finishte bei 3:27:02. Ich hatte nach diesen Strapazen sogar etwas Pipi in den Augen! Einige von euch denken jetzt mit Sicherheit: Der Kerl nimmt sich eine 3:15h vor und rennt dann ne 3:27h. Ziel wohl etwas zu hoch gesetzt! Nein, gar nicht. Der Marathon hat seine eigenen Gesetze. Und nun ja, was nicht ist, kann ja noch werden. Die 3:15h bleiben einfach weiterhin mein Ziel.

Fazit

Es war ein Sieg, nein 275 + 42,2 Siege gegen mich selbst. Das zeigt die Aufzeichnung meiner Pulsuhr ganz gut. Vor lauter Nervösität startete ich eigentlich direkt mit einer Herzfrequenz von 175 und höher. Das heißt, ich war von Anfang an schon in der Maximallast. Ein Wunder, dass ich es soweit geschafft habe! Aufgeben gab´s nicht. Ich bin einfach super glücklich. Ich habe einmaliges erlebt: Die Atmosphäre, die Menschen, die Strecke, die Stadt…

Zum Schluss, EUCH da draußen vielen Dank für euren Support! Das Video zum Lauf widme ich euch! Es wird in 2016 weitergehen und einen erneuten Angriff auf die 3 Stunden 15 geben, denn...


"Die größte Gefahr besteht für die meisten von uns nicht etwa darin, ein Ziel zu hoch anzusetzen und zu scheitern, sondern es zu niedrig anzusetzen und es zu erreichen.“
  Michelangelo

Wer Lust hat kann gerne mal in meinem Blog vorbeischauen: www.vorwaertslaufen.de. Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß beim Training und Erfolg beim Erreichen eurer Ziele!!!

Profilbild von Max Mustermann

Max Mustermann

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